Die Rechte der Natur als cultural Turn – Podiumsdiskussion EINTRITT FREI!

Allein in den letzten Monaten wurden ein Fluss in Kanada und eine Salzwasserlagune in Spanien zu Rechtssubjekten erklärt. Ebenfalls besitzt der Rio Magdalena in Mexiko- City gute Chancen, bald seine Interessen juristisch einklagen zu können. Damit folgen diese Länder einer Entwicklung, die bereits vor einigen Jahren in einigen südamerikanischen Staaten und auch in Neuseeland und Indien einsetzte.

Vor diesem Horizont diskutiert das Podium die Frage, inwiefern mit den Rechten der Natur auch eine kulturelle Zeitenwende verbunden ist. Die Anerkennung von Entitäten der Natur als Rechtssubjekte versteht diese nicht länger als tote Dinge, sondern als Akteure. Wird den Ökosystemen Handlungsmacht zugebilligt, betrifft dieser Paradigmenwechsel die gesamte Kultur. Denn das Verhältnis einer Gesellschaft zur Natur ist kulturell bestimmt. Natur ist Konzept, so der führende Theoretiker des Anthropozäns Bruno Latour. Das Panel erörtert, ob mit den Rechten der Natur ein Bruch eingeleitet wird, der grundlegende Koordinaten des Verhältnisse Kultur: Natur verschiebt, sodass damit eine neue kulturgeschichtliche Epoche eingeleitet wird.

Es diskutieren: Frank Adloff, Andreas Gutmann, Matthias Kramm (zugeschaltet aus Mexiko), Jenny Garcia Ruales und Jula Zenetti, Moderation: Frank Raddatz

Prof. Dr. Frank Adloff lehrt Soziologie an der Universität Hamburg und ist Co-Leiter der Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit“. Mit Tanja Busse hat er den Band „Welche Rechte braucht die Natur? Wege aus dem Artensterben“ (Campus Verlag, 2021) herausgegeben.

Dr. Andreas Gutmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Europäische Rechtspolitik an der Universität Bremen im DFG-geförderten Projekt „Die Natur als Rechtsperson“. Er veröffentlicht u. a. zu den Rechten der Natur in der ecuadorianischen Verfassung (Nomos 2021).

Dr. Matthias Kramm ist politischer Philosoph an der Universität Wageningen (NL) und forscht zur Einbettung von Rechten der Natur in nicht-westlichen Philosophien. Seit September 2022 arbeitet er an einem Forschungsprojekt zu Rechten der Natur und lateinamerikanischen Philosophien in Mexiko.

Jenny García Ruales ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Max-Planck-Fellow-Gruppe „Umweltrechte im kulturellen Kontext“ und Promotionsstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Ihr Promotionsthema ist in den Bereichen Umweltanthropologie, Naturanthropologie und Rechtsanthropologie angesiedelt.

Jula Zenetti absolvierte ihr Jurastudium und 1. Staatsexamen in Konstanz. LL.M.-Studium in Lyon, Frankreich und Maynooth, Irland, Referendariat und 2. Examen in Frankfurt am Main und Tätigkeit als Anwältin im Baurecht, anschließend Referentin im sächsischen Ministerium für Energie, Klima, Umwelt und Landwirtschaft. Zurzeit ist sie Doktorandin am UFZ Leipzig.

Der Eintritt ist frei.

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