Herzlich Willkommen zur neuen Spielzeit 20/21

Liebes Publikum,

wir sind zurück! Und ich freue mich, dass RambaZamba auf unterschiedliche Art wieder sichtbar wird.

Diese Spielzeit ist die Jubiläumsspielzeit unseres 30-jährigen Bestehens. Vor 30 Jahren wurde RambaZamba gegründet, und vieles von dem, was RambaZamba bis heute erreicht hat, war damals unvorstellbar. Wir haben ein festes Ensemble mit über 30 Schauspieler*innen, zwei feste Spielstätten mit bis zu 6 Premieren, 110 Vorstellungen, Konzerten, Lesungen und unterschiedlichsten Ausstellungen pro Spielzeit. Die Mitglieder unseres Ensembles gastieren auf den großen Bühnen der Stadt und sind in etlichen Filmen zu sehen. Sie schreiben Texte oder Bücher, sprechen im Bundestag und arbeiten in den unterschiedlichsten künstlerischen Zusammenhängen. All das war vor 30 Jahren nicht vorstellbar oder zumindest nicht möglich. Und genau das ist es, worum es immer noch geht, das unmöglich Geglaubte möglich zu machen, eine Zukunft zu gestalten, die man heute noch nicht für möglich hält. So war das RambaZamba schon immer ein utopischer Ort, an dem die Zukunft erprobt und erspielt wurde und wird.

In der Corona-Krise wird einmal mehr deutlich, dass wir im Sinne der Inklusion und der Teilhabe besonders im Theater und den Künsten noch lange nicht am Ziel sind. Dass Menschen mit Behinderungen und ganz besonders Künstler*innen mit Behinderungen plötzlich nicht mehr vorkommen, und es offenbar nur Wenige in der Gesellschaft und der Politik interessiert, ist so nicht hinzunehmen. Es ist in dieser Zeit um so wichtiger, wieder sichtbar zu sein und auf der Bühne und an vielen anderen Orten der Gesellschaft weiter an der Zukunft zu arbeiten.

Während die großen Häuser wieder spielen und ihre Tore öffnen können, kämpfen wir noch mit den Einschränkungen und unterschiedlichsten Problemen der Corona-Pandemie. Zu diesen Problemen gehört zum Beispiel, dass unsere Lüftungsanlage im Saal vermutlich eine ungünstige Wirkung bei der Verbreitung von Aerosolen hat und ein erhöhtes Risiko zur Ansteckung des Ensembles bestehen könnte. Dazu kommt, dass wir unser Repertoire durch die aktuell geltenden Abstandsregelungen nicht zeigen können. Und als wäre das alles nicht schon genug, dürfen wir in unseren Saal – wenn wir ihn dann wieder öffnen können – nur 16 Zuschauer*innen zur gleichen Zeit lassen. Aus diesen corona-bedingten Gründen ist eine Öffnung des Hauses in der ersten Hälfte der Spielzeit ungewiss. Selbstverständlich suchen wir gemeinsam mit den politischen Verantwortlichen nach konstruktiven Lösungen.

Die großen Jubiläumsfeierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des RambaZamba mit der Produktion „Der Golem“ sowie der immersive Inszenierung „Studio21“, einem Festival mit zahlreichen internationalen Künstler*innen, mussten wir um ein Jahr verschieben. 2021 feiern wir dann mit euch 31 Jahre RambaZamba.

Die Spielzeit 20/21 beginnt bei uns diesmal schon im August: Das legendäre Pop-Kultur Festival wird vom 26. – 28. August zum Online-Happening. Auch 21 Downbeat sind dabei – mit der Weltpremiere des neuen Songs „Der rote Cowboy“, den die Autorin Yoko Tawada für die Band des RambaZamba Theaters geschrieben hat. „Superforecast“ ist eine – unter Einhaltung sämtlicher Corona-Sicherheitsregeln gedrehte – fünfteilige Webserie über die große Kunst der Vorhersage. Die erste Folge zeigen wir ab 14.9.2020. Wenige Tage später, nämlich am 19. September, feiert unser Jugendclub zusammen mit dem Jugendclub des GRIPS Theaters Banda Agita dann im Grips Podewil Premiere mit dem filmischen Tanztheater „Geh, Fühle“.

Außerdem sind wir vom 23. – 28. September zu Gast beim Festival für inklusives Theater „Grenzenlos Kultur“: Als Teil der Eröffnungsshow „Big in Mainz Tonight“, mit der Pop-Oper „Der Ring“ sowie – vertreten durch Juliana Götze und Jonas Sippel als Gastschauspieler*innen – in der Uraufführung von Thomas Melles „Ode“ des Deutschen Theaters Berlin. Für die zweite Hälfte der Spielzeit planen wir eine Pop-Oper nach Molières „Der eingebildete Kranke“ sowie die Uraufführung des „Golem“. Darüber hinaus wird es Lesungen und weitere experimentelle Produktionen im öffentlichen Raum geben. Ich hoffe, wir können uns bald alle wieder von Angesicht zu Angesicht sehen.

Mit herzlichen Grüßen

Jacob Höhne

Intendant