Tomi Paasonen

Tomi Paasonen, *1970 in Helsinki. Solistenverträge am Hamburg Ballett, Lines Ballet in San Francisco und Joffrey Ballet in Chicago. Eigene Tanzstücke entstanden bereits in Hamburg, weitere in San Francisco und Chicago. 1998 gründete Paasonen in San Francisco die spartenübergreifende Kunstproduktionsfabrik KUNST-STOFF, für die er 15 Werke innerhalb von dreieinhalb Jahren kreierte und Brücken zwischen Vertretern verschiedener Kunst- und Bühnenrichtungen baute. Seit 2001 ist er zurück in Europa und arbeitet freiberuflich als Regisseur, Choreograph, Videokünstler und Tanzlehrer. In Helsinki wurde sein Tanzstück mit professionellen und behinderten Tänzern “OLOTILA” – (ZuStand) mit dem Preis “Theaterereignis des Jahres 2000” ausgezeichnet. 2002 debütierte er in Berlin mit PAA (Public Artistic Affairs). Unter anderem entstand in Zusammenarbeit mit Aufbruch und Gefangenen der JVA Tegel die Produktion IKARUS ABFLUG TEGEL. Anschließend erweiterte er sein Repertoire mit der fünfteiligen Fotoserie ABENDKLEID mit der 70jährigen, schwer behinderten Frau Tuuli Helkky Helle, sowie der Inszenierung der zeitgenössischen Oper “DER UNTERGANG DES HAUSES USHER”, die auf der Kurzgeschichte von E.A. Poe und einer unvollendeten Partitur Claude Debussys basiert. In seiner Kunst beschäftigt sich Tomi Paasonen mit der dramaturgischen Spannung zwischen dokumentarischen Materialien und fiktiven Mitteln des Theaters. Er benützt live- und aufgenommenes Video als vollwertige dramaturgische Mittel, um die Beziehung zwischen Live-Video und Darsteller zu untersuchen. Die Identitätstrilogie „NAHME WIEDER GABE AUF – lassen Sie sich nicht überraschen!“, „MeMoRe – auf der Suche nach dem roten Faden“ und „ÜBERHAUPTSÄCHLICH – ein Chorstück für einen Mann“ behandelt Themen wie Selbstprojektion, Gedächtnis und Werden, Schichtung von Zeit, die Beziehung zu sich Selbst, innere Zerrissenheit und Grenzzustände.