Junges RZt

„Kunst wird erst dann interessant, wenn wir vor irgendetwas stehen, das wir nicht gleich restlos erklären können.” Christoph Schlingensief

Theater, Jugend und Inklusion sind die drei großen Kerninhalte unserer Arbeit am Jungen RambaZamba Theater. Durch gemeinsame Begegnungs- und Kommunikationsräume öffnen wir das Theater für junge Menschen mit und ohne Behinderung. Inklusion ist die Basis und Ausgangspunkt unserer Arbeit. Dabei sind Theater zu machen und zu Theater sehen zwei Seiten einer Mediale, die für das Gelingen unserer Arbeit wichtig sind.

Die Stücke des RambaZamba Theaters empfehlen wir für alle Jugendlichen ab 14 Jahren. Wenn Sie als Gruppe oder Klasse zu uns kommen möchten, bieten wir verschiedene Begleitformate zu den Theaterbesuchen an. Unsere Formate ermöglichen, das RambaZamba Theater als einen außerschulischen Lernort erlebbar zu machen und inklusive Teilhabe umzusetzen. Alle Formate des Jungen RambaZamba Theaters sind für Sie kostenfrei und größtenteils flexibel buchbar.

Das Junge RambaZamba ist Teil des Arbeitskreises Theaterpädagogik der Berliner Bühnen. Der Arbeitskreis Theaterpädagogik der Berliner Bühnen ist seit über 20 Jahren ein Zusammenschluss von Theaterpädagog*innen aus über 20 Berliner Bühnen. In monatlichen Treffen werden ein fachlicher Austausch über künstlerische und gesellschaftliche Diskurse und aktuelle Tendenzen angeregt, das Arbeitsfeld der Kunstvermittlung an den beteiligten Häusern beleuchtet und neue Impulse gesetzt.

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Stabat Mater

Premiere am 5. April 2024 in der Deutschen Oper

ca. 1 Stunde / keine Pause

In deutscher, ukrainischer und russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

empfohlen ab 13 Jahren

Das „Stabat Mater“ ist einer der zentralen religiösen Texte des Abendlandes und wurde Grundlage vieler Vertonungen. Der Text erzählt von der Trauer Marias um ihren gekreuzigten Sohn Jesus. Die Version des estnischen Komponisten Arvo Pärt ist zentraler Bestandteil des Projektes, das nun in der Tischlerei der Deutschen Oper aufgeführt wird.

Die Produktion ist eine Kooperation der Jungen Deutschen Oper mit dem Jungen RambaZamba Theater, bei der über mehrere Monate ein Ensemble aus 25 jungen Menschen unterschiedlichster Herkunft mit und ohne Behinderungen zusammengearbeitet haben.

Ausgehend von einer musiktheatralischen Forschung zu Gefühlen und den dramatischen Gefühlsexpressionen auf der Opern- und Theaterbühne untersuchten die jungen Darsteller*innen vor allem die Gefühle Trauer, Wut und Angst sowie ihren individuellen und kollektiven Umgang mit diesen Emotionen. Daraus ist eine Inszenierung geworden, in der Ritual und Theater nahe beieinanderliegen.

Zudem geht es um die Auseinandersetzung mit Krieg – den einige der teilnehmenden Jugendlichen selbst erlebt haben – und um die Sehnsucht nach Frieden. Was bedeuten noch Glaube und Spiritualität, wenn aller Frieden unerreichbar scheint? Das junge Ensemble begibt sich auf die Suche nach dem Platz auf der Erde, der sich trotz allem friedlich und still anfühlt.

Musikalisch wird Pärts Stück u.a. mit dem Werk „Iktsuarpok“ der Komponistin Misha Cvijovic konfrontiert, in dem sie die Frustration des vergeblichen Wartens vertont hat.

Die Arbeiten der Regisseurin Kirsten Burger (wie zuletzt 2023 bei „Schwärmen“ im Humboldtforum) sind in Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin Julia Krenz und der Dramaturgin Loretta Würtenberger Stückentwicklungen, die gemeinsam mit allen Teilnehmenden erarbeitet werden. Dabei stehen Laien und junge Menschen mit und ohne Behinderung sowie Profis auf der Bühne. Gemeinsam begeben sich die an der Inszenierung Beteiligten auf eine Suche, in der alle gleichberechtigt sind. Kirsten Burger sagt zu ihrer Arbeitsweise: „Die maximale Selbstermächtigung, Ehrlichkeit und Verletzlichkeit in der künstlerischen Arbeit, als auch das gegenseitige Zuhören stehen zentral. Dadurch geschieht ein Sichtbarmachen dessen, was sonst ,unsichtbar‘ bleibt und etabliert neue ,Sehgewohnheiten‘.“

Die Jugendlichen, die gemeinsam „Stabat Mater“ entwickelt haben, heißen Aila Wittig, Anastasiia Hryshchenko, Alya Share, Bohdan Pyliavskyi, Charlotte Ausan, Csilla Feher, Daniel Beesk, Denise Soliva, Felix Hasselbach, Ivan Rabosh, Leander Helm, Lotte Latscha, Louise Dessau, Malina Höfflin, Milica Milic, Niklas Ufer, Niklas Weise, Nuria Kovacs, Leif Lapuks, Parastu Ghashghaie, Paulina Schulz, Setareh Hashemi, Tony Plate, Valeriia Beketova.

Inszenierung: Kirsten Burger Musikalische Leitung Stückentwicklung: Misha Cvijovic Szenische Einstudierung / Choreografische Mitarbeit: Fernando Balsera Pita Percussion / Musikalische Mitarbeit: Antonio Rivero Bühne: Julia Krenz Kostüme: Carlotta Dering, Marlene van Dieken Dramaturgie: Loretta Würtenberger Regieassistenz: Til Roller Dirigat: N. N. Sopran: Meechot Marrero Mezzosopran: Oleksandra Diachenko Tenor: Chance Jonas-O‘Toole Violine: Tina Kim Viola: Seo-Hyeun Lee Violoncello: Stephan Buchmiller

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Schwärmen
Experimentier- raum

„Blutrote Wasserwut. Ein Schwarm im undurchsichtigen Blau. Wir schwärmen aus, Schwärmen füreinander. Welch glücklicher Zufall, dass wir uns gefunden haben. Serendipity. Unser Spürsinn findet Verbündete. Wir durchbrechen alles Dagewesene und gedenken ihnen nicht mehr mit Nachsicht. Wir machen uns frei. Wir werden frei. Unser Wille ist Erdänderung. Wir schlüpfen aus dem alten Plastik-Leben und streben Richtung Sonne, die nun auch Tod heißt. Und wir schreien vor Wut: Auf die, die wegsehen und uns die Zukunft nehmen mit ihrer Ignoranz. Doch jetzt kommt unsere Zeit. Die Zeit der Rebellinnen und Rebellen. Jetzt kommt unsere Zeit des Mitgefühls.“

Das Stück „Schwärmen“ des Jungen RambaZamba Theaters erzählt von den Emotionen im Angesicht der drohenden Klimakatastrophe. Die jugendlichen Ensemblemitglieder – manche mit, manche ohne Behinderungen – haben „Schwärmen“ selbst entwickelt. Im Mittelpunkt ihrer Suche nach einem Umgang mit den „Klima-Emotionen“ steht dabei ein häufig verachtetes Tier: die aasfressende Hyäne. Vor dem Hintergrund des menschengemachten Klimawandels stellen die jugendlichen Schauspieler:innen die Frage, ob dieses Geschöpf mit seiner Kraft, Weiblichkeit und Ausdauer Sinnbild für das Einläuten einer neuen Weltenära sein kann.

Von und mit: Charlotte Ausan, Merle Bäucker, Daniel Beesk, Marula Bröckerhoff, Janka Claassen, Louise Dessau, Csilla Fehér, Clemens Frings, Pari Ghashghaie, Setareh Hashemi, Leander Helm, Maxim Komarchuk, Lotte Latscha, Leif Lapuks, Magnus Materson, Luise Moudlaf, Wanda Reinhardt, Ronja Schindler, Alya Share, Anouk Spannenkrebs, Long Tran, Niklas Ufer, Maya Vehmeier

Idee/Konzept: Kirsten Burger Bühne: Julia Krenz Kostüm: Dering van Dieken / Carlotta Dering, Marlene van Dieken Choreografie: Marula Lu Bröckerhoff, Lilly Pöhlmann Soundcollage & Sounddesign: Thomas Mahmoud Soundaufnahmen: StudioB / Björn Roth Künstlerische Mitarbeit: Janina Klinger Assistent*innen: Pauline Fuchs, Jan Kessen Bühnenbildassistenz: Isabelle Rieken Hospitant*innen: Lilli Deuster, Jule Schweitzer, David Zaldivar,

Eine Aufführung des Jungen RambaZambas im Humboldt Labor im Humboldt Forum

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durch das Programm „Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung“

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Herbstlab
Experimentier- raum

Das Herbstlab Der Wiedergänger ist eine Zusammenarbeit des DT Jung* und dem Jungen RambaZamba Theater unter der künstlerischen Leitung von Mirah Laline und Kirsten Burger und bringt Teilnehmer:innen mit und ohne körperlichen und kognitive Beeinträchtigungen zusammen. 

Wer wiederkehrt, dessen Seele hat den Weg vom Diesseits in das Jenseits nicht überwinden können und der oder die irrt nun als Wiedergänger:in, suchend und lechzend nach Erlösung, zwischen den Welten der irreversiblen Toten und der Noch-Lebenden herum. So zumindest raunt man es sich in den düsteren Erzählungen des Volksglaubens seit Jahrhunderten gegenseitig zu und so sickert es schließlich in unsere literarischen Erzählungen.  

Im HerbstLab lassen sich junge Spielende eine Woche lang von einer dieser Erzählungen, Theodor Storms Der Schimmelreiter von 1888, inspirieren und widmen sich seinen mystischen wiedergängerischen Tierfiguren. In einer gemeinsamen Werkstattaufführung wird der Raum zwischen dem Irdischen und dem Übernatürlichem sowie die entfremdete Beziehung zwischen Mensch und Tier spielerisch untersucht. Das Geschöpf im Zentrum wird vom Ensemble gepflegt, genährt, umsorgt, gepäppelt, gestreichelt und beraten. Offen bleibt, wofür sich die Kreatur schließlich entscheiden wird: für das Leben oder für den Tod?   

Die Werkstattaufführung findet am 28. Oktober 2023 zwischen 17:30 und 18:30 Uhr als für das Publikum offene Installation zwischen dem Malersaal und dem Rangfoyer des Deutschen Theaters Berlin statt und ist angebunden an die Premiere von Der Auftrag / Psyche 17 des Regisseurs Jan-Christoph Gockel. Er wird im April 2024 Der Schimmelreiter / Hauke Haiens Tod gemeinsam mit Schauspielenden des RambaZamba Theaters Berlin inszenieren.

Hinweis: Die Präsentationsräume sind durch Treppen verbunden und somit nicht barrierefrei zugänglich. Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.  

Wann: 17:30-18:30 Uhr, 28. Oktober 2023 

Wo:  Rangfoyer des Deutschen Theaters Berlin, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin 

Eintritt frei 

Experimentierraum
Experimentier- raum

Seid ihr zwischen 15 und 25 Jahre alt? Habt ihr Lust zu tanzen und in unserem Theater-Labor zu experimentieren? Dann werdet Teil des jungen inklusiven Ensembles des RZt! Wir treffen uns wöchentlich am Dienstag von 16:30 – 19:00 Uhr im Kulturzentrum Königstadt.

Theater & Schule

Unsere verschiedenen Formate ermöglichen es, das RambaZamba Theater als einen außerschulischen Lernort erlebbar zu machen und inklusive Teilhabe umzusetzen. Wir bieten zu allen Inszenierungen des RambaZamba Theaters für Schüler:innen der Sek I+ II folgende Formate an: Vor- und Nachbereitungsgespräche, Workshops in der Schule und im Theater, Fortbildungen zu inklusiver Theaterarbeit sowie Hausführungen durch das RambaZamba Theater. Um Theaterbesuche und außerschulische Workshops leichter für Sie umzusetzen, bieten wir die „Offensive Kulturbus“ an.

Audiowalk

Das RambaZamba Theater kommt zu Ihnen an die Schule. Über einen Audiowalk lernen die Schüler:innen sowohl das Ensemble des RambaZamba Theaters als auch die Arbeit der Schauspieler:innen im Theater kennen. Über Spiele und Übungen, angeleitet von den Schauspieler:innen, kommen die Schüler:innen spielerisch mit dem Thema Inklusion in Berührung.

Kiez-Tour

Zusammen mit Schüler:innen erforschen wir den Kiez um die Schule herum mit verschiedenen künstlerischen Methoden. Dabei gehen wir folgenden Fragen nach: 

Inwiefern hat die Stadtstruktur Einfluss auf die Lebensrealitäten der Menschen, die sich in ihr bewegen? An welchen Orten halten sich die Schüler:innen auf und warum? Wo gibt es Knoten-und Treffpunkte, an denen Kommunikation und Austausch stattfinden? Gibt es Orte, die von den Schüler:innen bewusst gemieden werden? Wie inklusiv ist der Kiez? Inwiefern sind Menschen mit Behinderung innerhalb dieses Kiezes Teil der Stadtstruktur? Wie findet Aneignung von Orten statt und inwieweit haben Menschen, die im Kiez leben und sich darin bewegen, Orte bereits für sich eingenommen? Für die Durchführung dieses Projekt bieten wir individuelle Formate an, beispielsweise einen Projekttag oder wöchentliche Treffen in einem festgelegten Zeitraum.

Kompliz:innen

Schüler:innen entwickeln unter theaterpädagogischer Leitung eigene inklusive Nachgesprächsformate zu Inszenierungen des RambaZamba Theaters. Die Schüler:innen werden dazu befähigt, unter theaterpädagogischer Begleitung die entwickelten Formate für gleichaltrige Mitschüler:innengruppen anzuleiten und durchzuführen. Die Dauer des Projekts beläuft sich auf ca. ein Schulhalbjahr mit zwei monatlichen Treffen.

TuSch3

Bei unserem TuSch3 Projekt kooperiert das RambaZamba Theater mit der Schule am Park und der Carl-Bosch-Schule. Am Ende des dreijährigen Projektes stehen die Schüler:innen der zwei Schulen mit einem gemeinsam entwickelten Stück auf der Bühne.

Kommunikationstraining

Spielpraktische Übungen dazu, wie Kommunikation am besten gelingen kann und welche Faktoren zu Missverständnissen können, stehen im Fokus des Trainings. Ganz nach dem Motto: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick).

Klassenzimmerstück

Wir kommen zu Ihnen in die Schule und zeigen ein Theaterstück, das im Rahmen einer Schulstunde im Klassenraum von einem Teil des RambaZamba-Ensembles aufgeführt wird. Mit anschließendem Nachgespräch.

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Theater schauen

Die Stücke des RambaZamba Theaters empfehlen wir für alle Jugendlichen ab 14 Jahren. Wenn Sie als Gruppe oder Klasse zu uns kommen möchten, bieten wir verschiedene Begleitformate zu den Theaterbesuchen an. Unsere Formate ermöglichen, das RambaZamba Theater als einen außerschulischen Lernort erlebbar zu machen und inklusive Teilhabe umzusetzen.

Nachgespräche

Wir treffen uns nach der Vorstellung und tauschen uns aus über das Gesehene. Was wurde wie auf welche Art dargestellt? Was waren Lieblingsmomente? Wo gab es Irritationen?

Workshops zu den Inszenierungen

Wir arbeiten praktisch zu den Themen der Stücke und geben einen Einblick in die Ästhetik und Historie des RambaZamba Theaters.

Workshops zu inklusiver Arbeit

Was sind Voraussetzungen für das Gelingen der inklusiven Theaterarbeit? Praktischer und theoretischer Input werden in diesem Workshop vereint.

Team & Kontakt
Lillian Bocksch (Theater & Schule)
Email:
Sascha Vajnstajn (Theater & Schule)
Email:
Til Roller (FSJK)
Email: