Der Drache

von Jewgeni Schwarz

Regie: Matthias Mosbach

In jedem Menschen steckt ein Drache. (Jewgeni Schwarz)

„I’ve been looking for freedom…“ Vielleicht ist die Zeit der Helden vorbei. Vielleicht kommt diese Zeit aber auch gerade wieder. Im Märchen vom „Drachen“ gibt es einen Helden ohne Furcht und Tadel: Lanzelot! Dieser begehrt auf, schärft Wort und Waffe, um die Diktatur des Drachen zu beenden und die Stadt vom Tyrannen zu befreien. Das Volk jubelt. Aber nur kurz. Denn der listige Bürgermeister nutzt das Machtvakuum geschickt aus, um die neue Freiheit sofort wieder abzuschaffen. Aber er hat die Rechnung ohne Lanzelot gemacht. Der Held erweist sich erneut als Kämpfer – diesmal um das große Liebesglück. „…I’ve been looking for love.“

Jewgeni Schwarz war als Schriftsteller dem Märchen eng verbunden. Es gelang ihm auf einzigartige Weise, die Lebenswahrheit der Gegenwart aufregend zu erzählen: Seine Figuren handeln in einer Fantasiewelt und erscheinen uns dennoch als Zeitgenossen.

Matthias Mosbach wird den „Drachen“, geschrieben 1943, gemeinsam mit dem Ensemble inszenieren. Es ist sein Regiedebüt, nachdem er als Schauspieler bereits am Berliner Ensemble und dem Burgtheater in Wien gespielt hat. Am RambaZamba Theater ist er zurzeit  in „Moby Dick“ und „Der nackte Wahnsinn“ zu sehen.

Aus dem Russischen von Günter Jäniche.

Hinweis: In dieser Inszenierung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.

PRESSESTIMMEN

[…] Matthias Mosbach ist im Hauptberuf Schauspieler, »Der Drache« seine erste Regiearbeit im Ramba-Zamba-Theater. Neun Ensemblemitglieder bestreiten überaus unterhaltsame 90 Minuten. Lanzelot, mit Lederjacke und durchsichtigem Netzhemd ausgestattet, kommt wie ein gealterter Westernheld daher. Voller Witz und mit punktgenauer Musikbegleitung wirbt er für sein unmodern anmutendes Heldentum. Sein Sieg fällt um so beeindruckender aus. Mit mehr spielerischem Einfallsreichtum ist wohl selten ein Drache auf der Bühne gestorben!

Dass das Stück die eine oder andere Spitze bereithält, die auch die politische und gesellschaftliche Gegenwart trifft, liegt auf der Hand. Auch das Ramba-Zamba-Team lässt es sich nicht nehmen, mit einigen Anspielungen aufzuwarten. Humoristischer Höhepunkt des Abends dürfte wohl der Auftritt des Präsidenten sein: Nach dem jähen Ende des Drachens zeigt er sich siegessicher und tänzelt, begleitet von David Hasselhoffs »I’ve been looking for freedom«, über die Bühne. Es folgt die nächste Inhaftierungswelle. Welcher Drache da weichen musste, um welcher Witzfigur Platz zu machen, darf der geneigte Zuschauer selber deuten. (Erik Zielke in der jungen Welt)

 

Bühne: Vera Pulido
Kostüme: Beatrix Brandler
Musik: Leo Solter
Dramaturgie: Steffen Sünkel