In Maxim Gorkis Nachtasyl sitzt notgedrungen eine Gemeinschaft von Verlorenen, Verstoßenen und Armen in einem Raum unter der Erde. Die schmutzigen Fenster unter der Decke ermöglichen einzig den Blick auf die Füße vorbeieilender Passanten. Man ist hier im Keller nicht Teil der Welt dort draußen. Gorki kritisiert die Unfähigkeit zur Selbstbefreiung, zeigt aber auch die bittere Notwendigkeit von Hoffnung auf. Er hinterfragt, ob der Mensch aus eigener Kraft aus dem Elend finden kann. Immer wieder verfallen die Figuren in ihre alten Muster oder enden in der Katastrophe. Dagegen stehen Sinnsuche und die Frage nach der Würde des Menschen, selbst im tiefsten Elend.
Nach den erfolgreichen Produktionen Einer flog über das Kuckucksnest und LÄUFT! ist es uns erneut gelungen, den vielbeschäftigten Theater- und Filmregisseur Leander Haußmann für ein Projekt am inklusiven RZt zu begeistern. Haußmann, Meister des unterhaltsamen Blicks auf den Alltag der Menschen, nutzt Komik, um der Düsternis in Gorkis Drama aus dem Jahre 1902 zu begegnen. Melancholie und Humor sind Haußmanns Mittel, den Dogmen und Absurditäten dieser Lebenswelt zu begegnen. Er konzentriert sich auf die menschlichen Geschichten in geschichtsträchtigen Zeiten, wobei der Spaß am Spiel und die sinnliche Erfahrung im Vordergrund stehen.