Die Frauen vom Meer

(Uraufführung) von Olga Bach nach Henrik Ibsen

Regie: Lilja Rupprecht

„Die Frauen vom Meer“ verbindet eine diffuse Sehnsucht nach Leben oder Tod, nach Freiheit, nach dem „Unendlichen“ und „Grenzenlosen“. Mehr als hundert Jahre, nachdem Henrik Ibsen sein Drama über die Befreiung der Frau schrieb, versuchen Olga Bachs „Die Frauen vom Meer“ ihren Freiheitsbegriff von Heute zu definieren und sich dem weiblichen Prinzip zu nähern ­– innerhalb der nach wie vor patriarchalen Strukturen der gegenwärtigen Gesellschaft. Sie alle treibt die Frage nach einem freien, selbstbestimmten Leben an. Dabei vermischen sich die Ebenen zwischen Leben und Tod, Wunsch und Wirklichkeit, Ende und Unendlichkeit. Findet man vielleicht erst im Tod die Freiheit, die man ein Leben lang sucht? Oder im Meer? Ist das Meer, oder das, was wir Menschen uns im Topos des Meeres erträumen, dem Tod sehr nah? In Olga Bachs Adaption spielen neben den Ibsen-Figuren die Toten und die Wassergeister eine zentrale Rolle im Kreislauf zwischen Meeres-, Lebens- und Totenreich. Eins ist dabei sicher: „Death is not the end“.

Pressestimmen:

Für die Bach-Uraufführung stehen die prominentesten RambaZamba-Spieler auf der Bühne. Ihre Besetzung ist selbst schon eine energische Interpretation, eine Setzung. Zora Schemm etwa mit ihrer Stimme wie Edelrost stanzt als Malerin Lyngstrand jeden Satz wie ein Ausrufezeichen in die Luft. Hieu Pham flirrt als Wassergeist, eine zugleich entschlossene wie verführerische Undine. Juliana Götzes Hilde zickt hemmungslos mit Nele Winkler herum, die ihrer Bolette eine trotzige Würde verleiht. Angela Winkler als Stargast spielt einmal mehr eine Frau wie nicht von dieser Welt, tastend, zart, spinnert. (Georg Kasch, nachtkritik.de)

Ein großer, nicht nur biografischer Reiz der Inszenierung liegt darin, dass Tochter Bolette von Nele Winkler gespielt wird und die Mutter Ellida von Angela Winkler, der leiblichen Mutter Neles. Angela Winklers zarte, poetische Sprechweise kontrastiert stark mit den Wort- und Körpereruptionen der mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommenen Spielerinnen und Spieler des Ramba-Zamba-Ensembles. Die Feinsinnigkeit der Mutter fällt aus der Norm, wird zum Gespött – die Normative tanzen. (Tom Mustroph, Neues Deutschland)

Es ist ein stimmungsvolles, suggestives Geisterhaus voll Meeres- und Mythen-Rauschen, das Olga Bach in ihrem Text errichtet. Bevölkert hat sie es vor allem mit dem bekannten Ibsen-Personal, im Zentrum die Wangel-Töchter Hilde und Bolette, die sich nach alter Sitte Langweiler-Ehemänner wie Arnholm gewählt haben und recht perspektivlos durch die Tage driften, Tschechow-Style (…)Lernen Frauen eigentlich nichts dazu? Und was bedeutet Freiheit heute?Fragen, die Olga Bach in ihrem Stück ironisch, dringlich und poetisch zugleich zur Disposition stellt. Ein toller Text. (Patrick Wildermann, Tagesspiegel)

Gäste: Angela Winkler
Bühne: Paula Wellmann
Kostüme: Geraldine Arnold
Musik: Friederike Bernhardt
Dramaturgie: Kristina Ohmen
  • Februar
    Feb
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    Die Frauen vom Meer
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